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Berg-Etappe

Von Padborg nach Sønderhav

Start: Gendarmengarten (Gendarmhaven)
Ziel: Sønderhav.
Etappen Längde 14,9 km.
Schwierigkeitsgrad: Leicht an der Grenze zu moderat. Eine Hügeletappe mit vielen Auf- und Absteigungen.Bjergetape DE kurve 2018
Sløjfer og udflugter Museum Oldemorstoft in Bov, Kupfermühle, große Ochseninsel

Nutzen Sie den Menüpunkt „Karte“ und „Praktische Informationen“ um weitere Informationen bezüglich u.a. Transport, Übernachtung und Einkaufsmöglichkeiten zu erhalten.

Etappenbeschreibung
Der Gendarmenpfad beginnt am Gendarmengarten (Gendarmhave). Wenn Sie von der Zugstation in Padborg kommen, liegt der Gendarmenpfad südlich des Bahnsteiges. Der Bahnsteig mündet in einem Pfad, der zwischen zwei Tunneln endet. Hier müssen Sie links abbiegen.

Das erste Stück des Gendarmenpfades folgt dem Haraldsdalsvej. Am Ende des Weges müssen Sie nun nach links abbiegen. Bitte achten Sie darauf, dass Sie nicht den Pfad über die Grenze nach Deutschland nehmen. Stattdessen folgen Sie dem Gendarmenpfad entlang der Hecke nach links und in den Wald hinein. Von hier aus verläuft der Gendarmenpfad hinunter durch die Haraldsdalskluft (Haraldsdalskløften). Der Pfad führt Sie nun über den Weg und hinein in das Kruså Tunneltal. Hier folgen Sie dem Pfad durch den Wald hindurch, vorbei an einem kleinen Freilufttheater. Sollten Sie einen kleinen Abstecher vom Gendarmenpfad aus machen wollen, findet sich ein Pfad zum Oldemorstoft (600m), kurz bevor Sie den Wald verlassen.

Wenn Sie auf dem Gendarmenpfad weiterwandern, führt ein Trampelpfad über einen Hügel mit schönen Ausblicken über den Niehuus See. Dieser endet in einem weiteren kleinen Stück Waldpfad, der der Grenze bis zum Grenzübergang Rønsdam folgt. Hier trifft der Gendarmenpfad einen weiteren bekannten Wanderweg, den Ochsenweg (Hærvej). Die beiden Wege führen den Rønsdamsvej hinauf zu einer Kurve. Hier biegen Sie nach rechts auf einen Kiesweg ab. Der Kiesweg mündet in einen Pfad, der entlang einer Hecke verläuft. Sie können den Gendarmenpfad auch kurz verlassen und weitere 300 m gehen. Auf der linken Seite des Weges können Sie dann eine Ausgrabung eines Stückes des Ochsenweges sehen, der mit Pflasterstein besetzt ist.

Auf dem nächsten Stück des Gendarmenpfades ist es möglich einen Abstecher auf einen Aussichtspunkt über dem Krusåtal zu machen. Etwas weiter kommen Sie in einen alten Niederwald, bei dem Sie an der T-Kreuzung nach rechts gehen. Wenn Sie den Pfad verlassen, kommen Sie zur Kirche von Bov.

Gleich nach der T-Kreuzung liegt auf der linken Seite die „Vældkilde“ (Quelle) und etwas weiter führt ein Weg über die Grenze nach Niehuus. Nach einer Weile macht der Gendarmenpfad einen Bogen nach links, verlässt die schöne alte Hecke und führt über einen Hügel, von dem aus man eine schöne Aussicht über den Mühlensee (Møllesø) hat. Von hier aus führt der Weg wieder durch den Wald bis nach Kruså. Er führt weiter über den Parkplatz, vorbei an einer alten Weide, von wo aus der Pfad nach links über die Krusau führt. Hier verläuft der Gendarmenpfad dicht der Grenze und an der Brücke können Sie einen der vielen Grenzsteine mit einer oberen Rille (Markierung der eigentlichen Grenze) finden.

Wenn Sie hier den Gendarmenpfad verlassen wollen, um über die Grenze zu gehen, kommen Sie an der Kupfermühle vorbei, einem gut erhaltenden Kupferwerk aus der Zeit von Christian IV, und gehen hinunter nach Wassersleben. Von hier aus finden Sie über die Skomagerhusbrücke zurück auf den Gendarmenpfad.

Der Gendarmenpfad verläuft entlang der Krusau auf der dänischen Seite der Grenze. Hier kommen Sie an der Abraham Quelle und dem Skomagerhus vorbei. Dann führt der Pfad Richtung Osten durch den in Privatbesitz stehenden Wald von Kollund, wo Sie eine steile Treppe hinauf müssen. Fahrradfahrer können auf den Waldwegen fortsetzen. Der Pfad führt durch den Wald über tiefe Schluchten, die über Brücken passiert werden können, und endet wieder mit einer Treppe. 

In Kollund kommen Sie an einigen großen Villen und dem Privatkrankenhaus von Kollund vorbei, bevor die Route Sie nach unten zum Strand von Kollund führt, von wo aus es einen Ausblick über Flensburg gibt. Bei Hochwasser oder schlechtem Wetter können Sie alternativ wählen nördlich um den Frigaard Campingplatz durch den Kollund Østerskov (Wald) zu gehen.

Vom Strand aus verläuft der Gendarmenpfad südlich, vorbei am „Julemærkehjem“ und dem Restaurant und Hotel Fakkelgaard, bevor er wieder hinein ins Land und durch die Kollund Østerskovallé, vorbei am Nonnenkloster, führt.

Danach geht die Tour entlang des Wassers bei Sønderhav weiter, mit einer schönen Aussicht auf die große und kleine Ochseninsel.

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Natur

Die imponierenden Kräfte der Eiszeit liegen umfassend zu Ihren Füßen, wo sich Vögel und Fauna in der üppigen Landschaft niedergelassen haben.

Das Tal „Tunneldal“
Am Ende der letzten Eiszeit, vor mehr als 10.000 Jahren, schufen enorme Mengen Schmelzwasser die besondere Landschaft zwischen Padborg und Kruså. Das Tal „Tunneldal“ wurde aus dem  Schmelzwasser gebildet, das in Tunneln unter dem Eis lief und große Mengen Ton, Sand und Steine unter dem Eis herschob, wo es sich ablagerte. Das Ergebnis können Sie heute in Form von fetten Tonböden, an den steilen Abhängen und Kluften sowie an den vielen Quellen, Seen und Wasserläufen sehen. Wenn man genauer hinschaut, findet man auch Moränenablagerungen, Schmelzwassersand und andere Spuren der Eiszeit.

Ein anderes Überbleibsel aus der letzten Eiszeit ist die besondere Mischung aus Sand, Kalk und Ton, die man Mergel nennt. Im Tal beim ehemaligen Hof Oldemorstoft grub man im 19. Jh. nach Moormergel, einem sehr weichen Typ Mergel. Gemischt mit Haustierdünger ermöglichte der Mergel die Bebauung von u.a. Heidegebieten und anderen nahrungsarmen Böden.

Lesen Sie mehr auf  http://www.krusaa-tunneldal.dk/d

Der Eisvogel
Obwohl die Eiszeit das Gebiet in jeder Hinsicht wesentlich geprägt hat, hat der Name der Eisvögel nichts mit Eismassen oder mit Schmelzwasser zu tun. Der Name ist wahrscheinlich eine „Verdänischung“ des deutschen „Eisvogels“, das höchstwahrscheinlich von dem alten deutschen Word „eisan“, das schimmernd oder glänzend bedeutet, stammt.

Halten Sie Ausschau nach Löchern in den senkrechten Abhängen – hier gräbt sich der Eisvogel ca. 1 m tiefe Nestlöcher. Oder erhaschen Sie einen Blick auf den türkisfarbenen Sperlingsvogel auf seiner Jagd nach kleinen Fischen - mit hoher Geschwindigkeit einen halben Meter über der Wasseroberfläche.

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Der hügelige Küstenwald
Weil Bäume so alt werden, rufen sie seit jeher Ehrfurcht bei den Menschen hervor – die Bäume standen schon hier, als unsere Ahnen lebten, und sie werden auch hier sein, wenn wir längst nicht mehr sind.

Im Wald von Kollund wuchsen ursprünglich verschiedene Laubbäume wie Eiche, Buche, Hasel und Weißdorn, später wurden aber auch Nadelbäume wie die Sitka-Fichte angepflanzt. Den vielen Tieren im Wald kann man hier ebenfalls sehr nahe kommen.

Der Wald von Kollund hat viele Hügel und wurde von der Eiszeit geprägt. In der Nähe der Küste gibt es steile Abhänge und lange Klüften, die sich bis tief in den Wald hinein erstrecken.

Der Schwarzspecht
Eines der selteneren Tiere im Wald von Kollund ist der Schwarzspecht, den man nur noch an wenigen Orten in Dänemark erleben kann. Mit einer Größe wie eine Krähe ist der Schwarzspecht ein beeindruckender Vogel. Mit seinem kräftigen Schnabel kann er in nur zwei Sekunden bis zu 20 Mal sehr laut gegen die Baumrinde trommeln. Man kann den Schwarzspecht sowohl im Nadel- als auch im Buchenwald sehen und hören, und da er jedes Jahr eine neue Nestkammer einrichtet, findet man an vielen der Bäume im Wald Spuren des Besuchs des Spechtes.

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Der Bergmolch
In Dänemark kann man nur in den Wäldern um und südlich von Aabenraa – u.a. in den kleinen Wäldern an der Flensburger Förde - mit etwas Glück einen Bergmolch sehen. Anders als die häufiger vorkommenden Nördlichen Kammmolche und Teichmolche sind Bauch und Kehle des Bergmolchs einfarbig gelb bis rotorangefarben. Der Bergmolch wurde durch Zufall 1949 von einem Schüler aus Aabenraa entdeckt und seitdem kämpfen lokale Vereine für sein Überleben in Dänemark. Als in den 1980ern hier die Autobahn gebaut wurde, wurde die Abfahrt 71 nach Sønderborg 200 m südlicher als ursprünglich geplant angelegt – nur um die Biotope des Bergmolchs zu erhalten.

Flensburger Förde
Die Flensburger Förde ist primär aus Eismassen und Schmelzwasser innerhalb der letzten Eiszeit entstanden. Die Umgebung ist durch eine hügelige Moränenlandschaft mit flachen Stränden, Küstenklippen, kleinen Wäldern, bestellten Arealen und vielen kleinen Buchten und Nooren geprägt, wie z.B. dem Nybøl Noor, Vemmingbund oder die Geltinger Bucht. Unter Segelsportlern von beiden Seiten der Grenze gehört die Flensburger Förde mit zu dem beliebtesten Segelgebiet der Ostsee.

Seltene Naturarten auf dem Gendarmenpfad
Da viele Tierarten an der Flensburger Förde etwas Besonderes für das Gebiet sind, gibt es viele Naturschutzgebiete entlang dem Gendarmenpfad. Die Flensburger Förde ist auf der dänischen Seite Teil des Natur2000-Gebietes, vom Grund bei Dalsgård bis einschließlich dem Sønderskov auf Als. Aber es gibt auch andere besondere Schutzgebiete auf dem Rest des Pfades, wie z.B. den Aussichtsschutz, der die freie Sicht über den „Fjordvejen“ sichert.

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Geschichte

Wenn Sie die Berg-Etappe des Gendarmenpfads wandern, wandern Sie durch Jahrtausende von Geschichte. Hier lag das Tor nach Europa als ein Knotenpunkt für den Handel, die Heere, sowie für Krieg und Frieden.

Das Tor zum Rest von Europa
Südjütland und der nördlichste Teil von Deutschland bilden eine Art Trichter und sind zentraler Knotenpunkt auf dem Weg von Dänemark in den Süden Europas – oder von Europa nach Dänemark und weiter in die anderen nordischen Länder. Nördlich von Padborg kreuzen sich der Gendarmenpfad und der Hærvejen (dt.: Ochsenweg). Die beiden Namen spiegeln die historische Bedeutung wider. Hier trieben Bauern und Handelsleute Ochsen zum Markt – und Könige, Herzöge und andere Fürsten marschierten im Laufe der Zeit mit ihren Heeren durch Jütland.

Im Mittelalter wanderten Pilger auf dem Ochsenweg und weiter zur Grabeskirche in Jerusalem, nach Rom und nach Santiago de Compostela. Mit der Reformation im 16. Jahrhundert endeten die Pilgerwanderungen im nördlichen Europa, aber heute ist Pilgern und die Suche nach dem Sinn des Lebens wieder sehr beliebt. Der Ochsenweg wurde 2010 zum europäischen Kulturweg ernannt und verbindet die Pilgerrouten in Norwegen und Schweden mit denen in Südeuropa.

Flensburg
Überall auf dem Gendarmenpfad bewegen Sie sich durch einige der wichtigsten Gebiete der Geschichte Dänemarks – und das Gebiet um Flensburg bietet hier keine Ausnahme. Die Stadt erhielt im 13. Jahrhundert den Status als Kaufmannsstadt und wurde später zu einer der wichtigsten im Herzogtum. Aber es war nicht nur der lebendige Handel, weswegen es wichtig war, die Stadt zu beschützen. Die Lage an der Spitze der Flensburger Förde bedeutete auch, dass Feinde, die Flensburg angriffen, weit in das Land eindringen konnten – und die, die hier an der Macht waren taten alles, um ihr Recht zu beschützen.

Nieehuus – die Burg im Auge des Orkans
Heute gibt es nur noch einen dicht bewachsenen Wall, aber wenn man genau hinschaut, wird man auf der deutschen Seite des Gendarmenpfades bei Niehuus die Spuren der Burg erahnen, die dem Ort seinen Namen gab. In der Zeit von Königin Margrethe I. errichteten die schleswig-holsteinischen Fürsten nämlich eine Verteidigungsanlage für die Bewachung von „Den Krumme Vej“, der die Stadt Flensburg an den Ochsenweg anschloss. Der Weg war eine wichtige Einnahmequelle und man verlangte acht Schilling für jeden Ochsen, der nach Flensburg hinein oder hinaus und weiter auf den Ochsenweg sollte.

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Anfang des 15. Jh. starb der regierende Herzog jedoch, und um seine noch nicht mündigen Erben wirtschaftlich abzusichern, musste seine Witwe groβe Teile des Herzogtums an die dänische Königin verpfänden. Die Verpfändung von Schleswig führte zu einem Krieg, aber Margrethe I. war eine hervorragende Strategin und 1412 handelte sie wieder einen Frieden aus und sicherte so die dänische Herrschaft über Flensburg.

Trotzdem kosteten sie die Schwierigkeiten im südlichsten Teil des Reichs das Leben – auf jeden Fall indirekt. Auf dem Heimweg von den Friedensverhandlungen starb die dänische Königin an Bord ihres Schiffs auf der Flensburger Förde. Der Streit um die Herzogtümer Schleswig und Holstein ging auch in den Jahrhunderten nach ihrem Tod weiter.

Die demokratische Grenze
Bevor der Gendarmenpfad die Küste erreicht, schlängelt er sich im Land an der deutsch-dänischen Grenze entlang. Der Grund dafür, dass die Grenze genau hier liegt, ist einzigartig – die Grenze ist nämlich das Ergebnis einer demokratischen Abstimmung.

Als der 1. Weltkrieg vorbei war, wurde im Rahmen des Versailler Vertrags 1919 entschieden, dass per Volksabstimmung über die Grenzziehung in Südjütland entschieden werden sollte. Eine internationale Kommission plante die Abstimmung, führte sie durch und das Ergebnis ist die heutige Grenze.

Obwohl die Bevölkerung in der Abstimmung 1920 befragt wurde, gab es Deutsch- und Dänischgesinnte, die danach auf der „verkehrten Seite“ der Grenze lebten.

Auf dem Fest zur Volksabstimmung auf der Anhöhe Dybbøl Banke am 20. Juni des gleichen Jahres sagte der damalige Staatsminister Niels Neergaard den berühmten Satz: „De skal ikke blive glemt!“ (Wir werden sie nicht vergessen). Seitdem haben sowohl die dänische Minderheit südlich der Grenze als auch die deutsche Minderheit in Dänemark es geschafft, durch Schulen, Zeitungen, Kindergärten und Vereine, ihre Sprache und kulturelle Gemeinschaft zu bewahren.

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Skomagerhus
Vor Ausbruch des 1. Weltkriegs wurde ein Damm bei der Bucht von Kupfermühle errichtet, weil der Wald von Kollund ein beliebtes Ausflugsziel der Bürger von Flensburg war und man den Plan hatte, hier ein Wohnviertel zu errichten. Man schaffte jedoch nur den Bau eines Hauses, das „Skomagerhus“. Heute verbindet man den Namen „Skomagerhus“ mit diesem ganz besonderen Grenzübergang, der auch einer der kleinsten Europas ist. Für diesen historischen Grenzübergang sorgt heute die Grenzschrankengilde "Bomlauget" und ist für die Entstandhaltung zuständig.

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Kollund und der Kollunder Wald
Das Dorf Kollund wurde im 15. Jh. gegründet und hieβ ursprünglich ”Kålund” nach den „kåer“ (Dohlen), die hier lebten. Mit seinen Hügeln, steilen Abhängen und tiefen Schluchten ist der Wald auch ein Ergebnis der Eiszeit – die wechselnden Eigentumsverhältnisse sind jedoch in hohem Maβe ein Ergebnis der Geschichte. 1883 kaufe die Stadt Flensburg Teile des Kollunder Waldes, um sich diese als Erholungsstätten für seine Bürger zu sichern. Nach der Wiedervereinigung wurde das Gebiet dänisch, aber die deutsche Stadt behielt ihren Besitzanspruch. Nach dem 2. Weltkrieg wurden alle deutschen Besitztümer in Dänemark konfisziert – mit der Ausnahme vom Kollunder Wald. Der Wald war bis 2006 in deutschem Besitz, wonach er zu dänischem Privatbesitz überging.

Die enge Verbindung prägt das Gebiet
Wenn man in Kollund am Strand steht und über das Wasser blickt, kann man das enge Verhältnis zwischen Deutschland und Dänemark schon mit dem bloßen Auge wahrnehmen. Mal war alles dänisch, mal war es deutsch. Heute leben Deutsche und Dänen in friedlicher Koexistenz. Die Kooperationen über die Grenze hinweg blühen und die gemeinsame Geschichte hat neue Bedeutung bekommen.

Egal ob man dänisch oder deutsch war und trotz der Kriege, politischer Entscheidungen und fürstlicher Scharmützel, hat die Bevölkerung sich umeinander gekümmert. Anfang des 20. Jh. wurde in ganz Südjütland Geld gesammelt, um Ferienheime für bedürftige Kinder aus Süd- und Nordschleswig einzurichten. Der Wunsch, Kindern in Not zu helfen, bildete auch das Fundament für diese so genannten Julemærkehjemmene. In Kollund liegt Fjordmark, 1938 errichtet.

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Die Glücksburger Linie des Königshauses
Auf der anderen Seite der Förde liegt Schloss Glücksburg – heute auf deutschem Boden, jedoch einst mit großer Bedeutung für das dänische Königshaus. Denn von hier holte man 1863 Christian IX., den Urgroßvater von Königin Margrethe II., nach Dänemark.

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Machen Sie eine Tour auf den Butterdampfern oder „Spritbåde“
Durch die Grenzziehung 1920 wurden neue Möglichkeiten eröffnet. Von 1946 bis vor einigen Jahren fuhren die „Butterdampfer“ (Æ Spritte) regelmäßig über die Flensburger Förde. Die Dänen kauften auf diesen Fahrten zollfreie Waren und die Deutschen u.a. gerne Butter ein. 1963 fuhren acht Schiffe alle 10 Minuten zwischen Kollund und dem Hafen von Flensburg und beförderten bis zu 30.000 Passagiere am Tag.  

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Sehenswürdigkeiten

Auf und entlang dem Gendarmenpfad liegen dicht an dicht Museen und Sehenswürdigkeiten, die Zeugen der ganz besonderen Kultur des Grenzlandes sind.

Der Schrein Frøslevskrinet
1872 fand ein Bauer einen Reliquienschrein im Moor von Frøslev, der aus dem 12 Jh. stammte und wahrscheinlich von Pilgern von Südeuropa nach Dänemark gebracht wurde. Da Südjütland damals unter preußischer Herrschaft war, wurde der kostbare Schrein in das Nationalmuseum in Kopenhagen geschmuggelt, wo er sich heute befindet. Im Museum Oldemorstoft und in Schloss Sønderborg steht eine Kopie des Schreins. Das Kronprinzenpaar erhielt als Geschenk zu seiner Hochzeit 2004 von der Bevölkerung in Südjütland eine Kopie des Schreins von Frøslev.

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Bov Museum/Oldemorstoft
Das lokalhistorische Museum und Landschaftsmuseum befindet sich in dem reetgedeckten Hof „Oldemorstoft“, dessen Ursprung auf 1472 zurückverfolgt werden kann. Im 17. Jahrhundert war dies der Sitz der Hardesvogtei der Wiesharde. Die Ausstellungen im Museum drehen sich um die Grenze, die Grenzgendarmen, die Wiedervereinigung und die Weltkriege. Auf Grund von Umstrukturierungsmaßnahmen ist das Museum 2017 geschlossen.

Bov Museum/Oldemorstoft
Bovvej 2 
6330 Padborg

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Das Museum Frøslevlejr
Das Museum Frøslevlejr informiert primär über das Lager Frøslev zwischen 1944-45, wo es als deutsches Polizeigefangenenlager für dänische Widerstandskämpfer verwendet wurde sowie über die Deportationen in die KZ-Lager in Deutschland. Auf dem Gelände des Museums gibt es außerdem Ausstellungen von Amnesty International und eine Naturausstellung von „Skov & Naturstyrelsen“, sowie ein FN-Museum, ein „Hjemmeværnet“ Museum (Dänische Heimwehr) und eine Informationsbaracke für den Bereitschaftsverband.

Museum Frøslevlejr
Lejrvej 83
6330 Padborg

Lesen Sie mehr: https://www.visitaabenraa.dk/de/denmark/das-museum-des-froeslev-lagers-gdk609120

Kupfermühle zur Zeit von Christian IV.
Es ist kein Zufall, dass die gelben Häuser in Kupfermühle an das Wohnviertel Nyboder in Kopenhagen erinnern. Beider Bauherr ist nämlich König Christian IV., der um das Jahr 1600 ein Hammerwerk im Tal von Kruså errichten ließ. Die typischen Arbeiterwohnungen wurden 1635 gebaut. Im Küpfermühlenwerk wurden Kupfer und Messing mit Hilfe von Wasserkraft zu Platten verarbeitet, die u.a. für Schiffsbeschläge und Dächer verwendet wurden. Trotz zahlreicher Brände und Zerstörungen durch Kriege blieb das Werk eines der führenden Unternehmen Dänemarks, bis es 1864 in deutsche Hände kam. Das Werk wurde 1962 geschlossen. Das Museum veranschaulicht die Geschichte des Werks.

Museum Kupfermühle
Kupfermühle 17
Kupfermühle
D-24955 Harrislee

Lesen Sie mehr: www.kobbermølle-museum.de


Die Wassermühle von Kruså
Die Mühle gehörte über Jahrhunderte mit zu den bedeutendsten Betrieben in der Gegend. Bis 1850 gab es einen Mühlenzwang in einem Umkreis von 5-6 Meilen (1 dänische Meile entspricht ca. 7,5 km).

In diesem Gebiet waren die Bauern verpflichtet, den Mühlen Hand- und Spanndienste in Form von 4 Arbeitstagen und einem bestimmten Betrag in bar zu leisten. Der Mühlenbetrieb wurde 1964 eingestellt und das Mühlenrad von einer Turbine abgelöst.
Heute können die Gebäude nur von außen besichtigt werden.

Wassermühle Kruså
Møllegården 25,
6340
Kruså

Kollunder Kloster – Marientöchter
Der Mariagårde (Marienhof) in Kollund ist eine lutherische Klostergemeinschaft, die nach den Marienschwestern benannt wurde. Die Marientöchter sind eine nordische Schwesterngemeinschaft, die in Schweden von Paulina Mariadotter gegründet wurden. Die Marientöchter sind von Kopf bis Fuß in blau gekleidet und tragen ein Kleid mit Kopfbedeckung. Die Grundlage der Marientöchter basiert auf der Liebe zu der Jungfrau Maria, zum Leben im Kloster und dem evangelisch-lutherischen Christentum.

Die Küstenstrecke entlang des Fjordvejens – ein beliebtes Ferienziel…
Im 20. Jahrhundert fuhren bei weitem nicht nur Butterdampfer im deutsch-dänischen Fahrwasser. Dampfschiffe mit erwartungsvollen Feriengästen aus der ganzen Region legten bei Sønderhav an, wo viele eine Ferienwohnung hatten. Auf den Hängen am Fjordvej stehen noch die in den 1930ern errichteten stattlichen ehemaligen Sommerhotels und -villen, so dass wir uns auch heute vorstellen können, wie die Bürger einst ihren Sommerurlaub in der Region verbrachten.

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Sagen und Mythen

In den tiefen und märchenhaften Tunneltälern ist es nicht schwer, den Aberglauben und Gedankengänge unserer Vorfahren zu verstehen

Das Tal Haraldsdal
Der Chronist Saxo berichtet, dass Harald Klak als erster dänischer König im Jahr 826 nach Mainz zog, um dort getauft zu werden. Auf seinem Rückweg nach Dänemark - begleitet von einem Priester, der ihn in seinem neuen Glauben stärken sollte und der das Christentum unter den heidnischen Dänen verbreiten sollte – musste Harald um das Recht am dänischen Thron kämpfen. Er verlor die Schlacht, aber das Tal, in dem die Schlacht stattfand, wurde nach ihm benannt. Später wurde Harald des Landes verwiesen, aber sein christlicher Begleiter blieb. Der Name des Priesters war Ansgar, später als der „Apostel des Nordens“ bekannt.

Die Sage vom Gastwirt bei Oldemorstoft
Man erzählt sich, dass der Gastwirt bei Oldemorstoft Hafer aus den Krippen der Pferde stahl, so dass diese auf ihrer weiteren Reise vor Hunger starben. Als der Wirt starb, geisterte er als Gespenst im Gasthof. Es gelang zwei Priestern, das Gespenst in die Erde zurückzutreiben – aber nur bis zum Herzen. Daher wurde ein Kupferkessel über den Rest des Gespenstes gestülpt. Danach herrschte wieder Ruhe im Gasthof.

Abrahams Quelle
Im Wald Åbjerg Skov nördlich von Kupfermühle entspringt Abrahams sagenumwobene Quelle. Laut Überlieferungen soll das Wasser heilende Eigenschaften haben und die Schüler des Missionars Ansgar errichteten hier um das Jahr 1000 eine Kapelle.

Während eines Besuchs in Kupfermühle Mitte des 19. Jh. soll Frederik VII. von der Quelle getrunken haben. Um in den Genuss der heilenden Wirkung des Wassers zu kommen, musste der König das Wasser auf ganz bestimmte Art und Weise trinken: früh am Morgen und währenddessen musste er die Sonne betrachten. Den leeren Trinkbecher musste er dann hinter sich werfen, so dass er zerbrach.

Die Ochseninseln
Laut Sage sind die beiden aus Lehm entstanden, der vom Schuh eines Riesen abfiel. Um welchen Riesen es sich handelte, was er tat, und warum er gerade Lehm am Schuh hatte, berichtet die Sage nicht.


In einer anderen Erzählung heiβt es, dass Margrethe I. 1412 auf dem Weg von Friedensverhandlungen in Flensburg an den Inseln anlegte, weil sie krank geworden war. Ein Bauernsohn, der zum Strand gelaufen war, weil er die Schiffe gesehen hatte, wurde gebeten, wegzugehen, da man die Pest an Bord habe. Als er trotzdem seine Hilfe anbot, bat man ihn, Milch für die kranke Königin zu holen, die sich auf der kleinen Ochseninsel befand. Während der Junge in seinem Boot auf dem Weg zum Festland war, zerriss ein Blitz den Himmel über der Insel, und ein gewaltiger Sturm setzte ein.

Am nächsten Tag wurde Halbmast geflaggt. Königin Margrethe I. war gestorben. Andere Quellen behaupten, dass Margrethe in Wirklichkeit niemals bei den Inseln anlegte, sondern stattdessen an Bord ihres Schiffes starb. Aber die grünen Inseln vor Sønderhav beflügeln noch immer unsere Phantasie. Was geschieht dort zwischen den hohen Bäumen? Wir wissen, dass die Inseln jahrhundertelang als Viehweiden für die Schlösser und Höfe aus der Umgebung genutzt wurden, aber Funde deuten darauf hin, dass hier auch schon in der Steinzeit Menschen lebten. Noch mehr Stoff für abenteuerliche Geschichten…

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Die Magie von Eichen
Eichen können viele hundert Jahre alt werden und haben daher Stoff für viele Legenden und Aberglauben geliefert. Die stolzen Baumkronen beschützten nicht nur Pflanzen und kleine Kriechtiere, sondern auch Trolle und Wichtel – und unsere Vorfahren waren der Meinung, dass Mutter Erde im Eichenwald zu Hause war. Laut einem Aberglauben sollte man Eichenblätter pflücken, sie in Wasser einweichen und auf den Körper legen, wenn man verhext worden ist. Dann entfernen die Blätter den Zauber. Ein Stock aus einem Eichenast ist auch ein solider Wanderstab, und wenn man einen solchen Stab mit auf eine Wanderung nimmt, hilft die Kraft des Waldes vielleicht gegen böse Geister?

Hohle Bäume
Der Volksmund sagt, dass man sich gegen Krankheiten schützen oder davon geheilt werden kann, wenn man nackt durch einen hohlen Baum kriecht. Die Handlung symbolisiert eine Wiedergeburt – mit dem Baum als starke Mutter. Noch 1952 krochen die drei dänischen Prinzessinnen Margrethe, Benedikte und Anne Marie durch einen hohlen Baum bei Århus, um sich gegen Rachitis zu schützen.

Der Molch lebte im Feuer
Wie eine kleine Schlange mit Beinen bewegt der Molch sich schnell im Wasser und zu Land. Das Tier hat die Menschen von jeher fasziniert, ihm wurden immer übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben. Bei den alten Griechen konnte er mit einem milchartigen Schleim Feuer löschen und wurde als eines der schrecklichsten aller giftigen Wesen angesehen. Wieder andere waren der Meinung, dass er ein Elementargeist sei – ein dem Element Feuer verbundener Geist, imstande, u.a. Schätze in Vulkanen zu schmieden. Da man sich vorstellte, dass er im Feuer leben könne, wurde er in der christlichen Symbolik mit der Kraft des Glaubens und der Reinigung der Seele im Fegefeuer verbunden.

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Aktivitäten

Wenn Sie auf Ihrer Tour etwas Zeit übrig haben, bietet die Grenz-Etappe mehrere Möglichkeiten, die es wert sind, dass man sich ihnen widmet.

Probieren Sie das Erdtelefon, das unter der Grenze hindurch führt
Am Grenzübergang in Rønsdam kann man ein „Erdtelefon“ ausprobieren. Der eine „Hörer“ steht in Dänemark, der andere in Deutschland.

Die Grenzsteine
Entlang der heutigen deutsch-dänischen Grenze findet man nummerierte Grenzsteine. Auf jedem dieser 280 Steine stehen eine Nummer und die Buchstaben D für das Königreich Dänemark und DRP für Deutsches Reich Preußen.

Finden Sie den hohlen Baum an der Kollunder Mole

Finden Sie einen Seeigel und der Blitz wird nicht einschlagen
Als der Blitz 1412 einschlug, fühlten viele der Bauern der Gegend sich sicher, da sie versteinerte Seeigel im Fenster liegen hatten. Früher wurden diese nämlich „Donnersteine“ genannt, da man dachte, dass ihre charakteristischen Muster von einem Blitzeinschlag stammten. Der Volksglaube besagt, dass der Blitz niemals zwei Mal an der gleichen Stelle einschlägt. Mit einem Seeigel auf der Fensterbank war man vor Blitzeinschlag geschützt. Versteinerte Seeigel findet man überall dort, wo auch Feuerstein ist – also halten Sie die Augen auf.

Nachdem Dänemark christianisiert worden war, wurde der ”Donnerstein” nach den „Donnerskinder“ genannten Söhnen von Zebedäus, Jakob und Johannes, benannt. Sie gehörten zu Jesus’ 12 Jüngern. Jakob war der erste der Jünger, der den Märtyrertod starb. Pilger besuchen seit dem Mittelalter den Wallfahrtsort Santiago de Compostela, wohin Jakob der Legende nach seinem Tod gebracht wurde. Er ist Spaniens Schutzheiliger und in der kirchlichen Kunst wird er häufig als Pilger mit einem Wanderstab, Tasche und einem Hut mit aufgenähter Jakobsmuschel dargestellt.

Die Muschel ist in der Regel das Symbol, das die heutigen Pilger nach einer Wanderung auf dem Jakobsweg mit nach Hause bringen. Santiago ist Spanisch und bedeutet Sankt Jakob. Jakobs Grab wurde der Sage nach im Jahr 813 gefunden, als ein Eremit von einem Stern zu diesem Ort geführt wurde. Compostele = Campus (lat.: offener Platz) und Stella (lat.: Stern). Mehr als 100.000 Pilger besuchen jedes Jahr Jakobs Grab.

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